Die Lizenzankündigungen von Microsoft aus August und September 2026 verschieben Kosten vom fixen Lizenzpreis zu Verbrauch und Bedingungen. Was Sie 2027 bezahlen, hängt weniger von Ihrem Vertrag ab als von den Limits, die Sie vor Jahresende setzen.
- 30. Sep 2026CSP-Promotions endenMicrosoft 365 E5, E7 und Copilot, ersetzt durch Growth Marginsbis 15% weg
- Stand Oktober 2026
- 1. Nov 2026AI-Builder-Credits entfallenNeue und verlängerte Lizenzen für Power Platform und Dynamics 365USD 0.01 pro Credit
- 1. Dez 2026Copilot Business mit eingeschaltetem Pay-as-you-goNeue CSP-Käufe, Standardlimit 4'000 Creditsbis USD 40 pro User und Monat
- 31. Dez 2026E3-Promotions enden10% bei drei Jahren, 20% bei einem Jahrletzte 10 bis 20%
- 1. Jan 2027Power Apps Premium steigt, Währungen neuUSD 20 auf 22, jährliche Anpassung der Lokalwährungspreise+10%
- 1. Feb 2027Reservation-Exchange endetServices mit Savings-Plan-Abdeckung; strengere Lizenzprüfung bei Power Apps1 letzter Exchange
- 30. Jun 2027Aktuelle Growth-Margin-Sätze endenQualifizierende Käufe, meist ab 300 neuen Lizenzenmind. 300 Lizenzen
1. Microsoft verlagert Kosten von der Lizenz zum Verbrauch
Am 25. September 2026 hat Microsoft den neuen Copilot mit Home, Code und Autopilot vorgestellt. Die tägliche Arbeit bleibt durch die Lizenz für Microsoft 365 Copilot abgedeckt. Die erweiterten Funktionen verrechnet Microsoft nach Verbrauch, in Copilot Credits.
- Tägliche Arbeit
- Cowork
- Erweiterte Arbeit in SharePoint und OneDrive
- Work IQ API
- Teams Phone Agent
- AI Builderab 1. Nov 2026
Ab 1. November 2026 enthalten neue und verlängerte Lizenzen für Power Platform und Dynamics 365 keine AI-Builder-Credits mehr. Auch AI Builder wechselt damit auf Copilot Credits.
2. Copilot: das Pay-as-you-go-Preset ist ein Testlauf
Ab 1. Dezember 2026 liefert Microsoft neue Käufe von Copilot Business über CSP mit eingeschaltetem Pay-as-you-go aus. Das Standardlimit liegt bei 4'000 Credits pro User und Monat. Deutschland steht auf der Liste der vorerst ausgenommenen Länder, die Schweiz nicht.
4'000 Credits zu USD 0.01 ergeben USD 40 pro User und Monat. Copilot Business kostet laut Liste USD 21, der Standard erlaubt also jeden Monat fast noch einmal den doppelten Lizenzpreis.
Für einen einzelnen User sind 4'000 Credits schnell aufgebraucht. Microsoft publiziert Planungsbänder für Aufgaben in Cowork, und eine einzige Meeting-Vorbereitung mit Präsentation landet bereits im mittleren Band.
Wöchentliches Status-Update mit Prioritäten und wichtigen Terminen aus dem Kalender
Vorbereitung Kundenmeeting: Briefing, Excel-Übersicht der Verkäufe und eine kundenfertige Präsentation
Sechs Monate Nutzungsdaten eines Produkts, verdichtet zu einem Bericht für die Geschäftsleitung
Wer zwei bis drei Kundenmeetings pro Woche so vorbereitet, erreicht den Standard innerhalb des Monats. Dann stoppt das Limit den weiteren Verbrauch, oder jemand erhöht es.
Übertragen Sie diesen Standard auf ein Unternehmen mit 1'000 Usern von Microsoft 365 Copilot zu USD 30, und rechnen Sie mit der Methode von Microsoft: User pro Gruppe, Aufgaben pro User, Credits pro Aufgabe. Dasselbe Unternehmen kommt in Kapitel 4 wieder vor.
Aufs Jahr gerechnet sind das USD 177'600 an Credits zusätzlich zu USD 360'000 für Lizenzen. Ihre 100 intensiven User erreichen den Standard etwa zur Monatsmitte.
3. CSP-Promotions sind ausgelaufen, Growth Margins treten an ihre Stelle
Am 30. September 2026 hat Microsoft die CSP-Promotions für Microsoft 365 E5, E7 und Copilot beendet. Allein bei E7 fielen drei Angebote zwischen 10% und 15% weg. Abos mit Kauf vor dem Stichtag behalten ihre Konditionen.
Seit 1. Oktober 2026 bezahlt Microsoft stattdessen Growth Margins. Sie gelten für Copilot, E5, E7, die Purview und Defender Suites sowie Windows 365 Enterprise, für Käufe bis 30. Juni 2027.
Die Schwellen sind hoch. Die meisten Wege setzen mindestens 300 neue Lizenzen voraus, dazu ein Produkt, das neu im Tenant ist, oder einen Bestand, der sich mindestens verdoppelt. Neue Lizenzen während der Laufzeit zählen nur als neues Abo. Microsoft hält ausdrücklich fest, dass Growth Margins kein Kundenrabatt sind.
Die E3-Promotions laufen bis 31. Dezember 2026: 10% bei drei Jahren für Neukunden, 20% bei einem Jahr als gezieltes Angebot.
4. Power Apps: der Preis steigt, der Lizenzmix entscheidet
Microsoft erhöht Power Apps Premium am 1. Januar 2027 von USD 20 auf USD 22 pro User und Monat. Das Angebot ab 2'000 Usern steigt von USD 12 auf USD 14. Der neue Preis gilt für Käufe und Verlängerungen ab diesem Datum. Ab Februar 2027 setzt Microsoft die Premium-Lizenzpflicht zudem strenger durch, etwa in Managed Environments und bei model-driven Apps.
Power Apps per App kostet laut Liste USD 5 pro User und App im Monat, und eine Lizenz deckt eine App, die Lizenzen lassen sich also stapeln. Damit liegt der Break-even bei der fünften App.
Dasselbe Unternehmen hat 800 Power-Apps-User. Ein Setup, das seit dem Rollout niemand geprüft hat, gibt allen Premium, obwohl die meisten nur eine oder zwei Apps öffnen.
Über CSP gibt es per App weiterhin für neue und bestehende Kunden. Im Enterprise Agreement können nur bestehende Per-App-Kunden verlängern. User, die eine App nur gelegentlich öffnen, passen zu Pay-as-you-go: USD 10 pro aktivem User und App, verrechnet nur in Monaten mit tatsächlicher Nutzung.
5. Reservations: zuerst muss die Einkaufs-Governance angepasst werden
Ab 1. Februar 2027 lassen sich neu gekaufte Reservations nicht mehr tauschen, wenn ein Savings Plan den Service abdeckt. Reservations mit Kauf vor diesem Datum behalten einen letzten Exchange. Der Beitrag zum Reservation-Exchange erklärt die Mechanik.
Viele Einkaufsregeln setzen voraus, dass sich eine Reservation später tauschen lässt. Ohne Exchange wird ein Sizing-Fehler zu Kosten, die bis zum Ende der Laufzeit laufen. Kündigungen bleiben auf USD 50'000 in rollierenden zwölf Monaten pro Billing Scope begrenzt, im CSP pro Kunde, und sind damit auch kein Ausweg.
6. Währung: eine Anpassung pro Jahr, keine Senkung einplanen
Microsoft passt die Preise in Lokalwährung für die Commercial Cloud neu einmal pro Jahr an, jeweils am 1. Januar. Die nächste Anpassung gilt ab 1. Januar 2027, Microsoft kündigt sie im November an.
Senkungen aus Währungsgründen sind untypisch, und wir erwarten im Januar 2027 keine weitere. Budgetieren Sie CHF-Preise gleichbleibend oder höher.
7. Fünf Massnahmen bis Jahresende
- Vor dem Freischalten von CoworkSetzen Sie Spending Policies, bevor Sie Cowork oder den Teams Phone Agent einschalten. Begrenzen Sie die Ausgaben pro User und Gruppe, schalten Sie «Auto-apply new services» aus und senken Sie das Standardlimit von Copilot Business direkt nach dem Kauf.
- Nach drei Monaten DatenKaufen Sie Credits auf Basis von echtem Verbrauch, nicht von Schätzungen. Der Copilot Credit Pre-Purchase Plan spart 5% bei 300'000 Credits und bis 20% bei 300'000'000 Credits. Capacity Packs liefern 25'000 Credits pro Monat, ungenutzte Credits verfallen.
- Vor dem 1. Jan 2027Prüfen Sie den Lizenzmix bei Power Apps und verlängern Sie vor der Erhöhung. Stellen Sie User mit bis zu vier Apps auf per App um und ziehen Sie die Lizenzberichte der Power Platform vor Februar 2027.
- Vor dem 1. Feb 2027Schreiben Sie die Governance für Reservations neu. Nutzen Sie die letzten Exchanges gezielt, legen Sie Freigaberegeln fest und machen Sie Savings Plans zum Standard für Workloads, die sich verändern.
- Budget 2027Planen Sie ohne Währungssenkung und ohne Promotions. Rechnen Sie mit Cloud-Preisen in CHF und EUR gleichbleibend oder höher, bis Microsoft die Januar-Anpassung im November publiziert.
Grenzen und Ausnahmen
- Das Pay-as-you-go-Preset gilt nur für neue Käufe. Bestehende Abos von Copilot Business behalten ihre Abrechnung.
- Growth Margins gelten nicht für Nonprofit-, Education- und Government-SKUs. Trial-Abos zählen nicht, und Microsoft prüft die Historie Ihres Tenants über alle Partner hinweg.
- Pre-Purchase Plans sind endgültig. Sie lassen sich weder kündigen noch tauschen, verlängern sich standardmässig automatisch und sind nicht mit anderen Rabatten kombinierbar.
- Power-Apps-Rechte aus Microsoft 365 und Dynamics 365 behalten ihren Preis. Die Erhöhung betrifft nur Power Apps Premium, und laufende Abos behalten den alten Preis bis zur Verlängerung.
Fragen, die Sie vor dem nächsten Kauf klären
- Welche Spending Policy ist auf unseren Copilot-Abos eingestellt, und wer erhält die Warnungen?
- Qualifiziert unser nächster Kauf für Microsoft 365 für eine Growth Margin, und wie viel davon kommt bei unserem Preis an?
- Welche unserer Power-Apps-User brauchen Premium, und welche wären mit per App oder Pay-as-you-go abgedeckt?
- Welche unserer Reservations würden wir heute noch kaufen, wenn wir sie nicht mehr tauschen könnten?
Fazit
Wer vor Jahresende Limits setzt und die Einkaufsregeln neu schreibt, bestimmt seine Microsoft-Kosten selbst. Wer die Standardwerte von Microsoft übernimmt, erfährt sein Budget 2027 aus der Rechnung.