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AZURE RESERVATION EXCHANGES ENDEN AM 1. FEBRUAR 2027

Microsoft schliesst den Notausgang bei Compute- und Datenbank-Reservations. Die Ankündigung sagt weniger, als tatsächlich passiert.

Microsoft ändert die Exchange-Policy für Azure Reservations: Ab dem 1. Februar 2027 sind Exchanges für alle Services nicht mehr verfügbar, die von Savings Plans abgedeckt werden, Compute wie Datenbanken.

Reservations, die vorher gekauft werden, behalten das Recht auf einen letzten Tausch. Reservations, die danach gekauft werden, haben gar keines. Praktisch heisst das: sechs Monate, um ein Portfolio zu korrigieren, das sonst unverändert bis zum Laufzeitende bleibt.

1. Feb. 2027
Exchanges enden für alle Savings-Plan-fähigen Services
1
Letzter Tausch für Reservations, die vorher gekauft wurden
6 Monate
Zeitfenster, um das Portfolio kostenlos zu korrigieren

1. Was sich ändert

Der Geltungsbereich lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Was ein Savings Plan abdeckt, verliert den Exchange. Das ist praktisch das gesamte Compute- und Datenbank-Portfolio. Virtual Machines und App Service gehören ebenso dazu wie SQL Database, PostgreSQL, MySQL oder Cosmos DB.

Massgebend ist das Kaufdatum, nicht das Ablaufdatum:

Zeitachse zum 1. Februar 2027: davor unbegrenzt viele Exchanges, danach ein letzter Tausch; ab dem Stichtag gekaufte Reservations haben keinen Exchange mehr.

Ausgenommen bleibt, was Savings Plans nicht abdecken. Azure VMware Solution ist das klarste Beispiel. Instance Size Flexibility bei Virtual Machines ändert sich nicht. Und jedes Compute- oder Datenbank-Produkt, das später Savings-Plan-fähig wird, fällt ab diesem Zeitpunkt unter dieselbe Regel.

2. Zwei Eigenschaften, die den letzten Tausch begrenzen

Zwei Dinge am Exchange werden regelmässig missverstanden. Beide entscheiden darüber, was der letzte Tausch überhaupt wert ist.

Er senkt das Commitment nicht. Die neue Reservation muss das verbleibende Commitment der alten mindestens erreichen. Der Exchange lenkt dasselbe Geld auf einen anderen Workload um. Ein Ausstieg war er nie.

Er setzt die Laufzeit neu. Wer Grösse, Serie, Region oder Zahlungsrhythmus ändert, startet ab dem Tauschzeitpunkt einen neuen Term. Einzige Ausnahme ist der Wechsel zwischen Non-Premium- und Premium-Storage in derselben Region: kostenlos, ohne neue Laufzeit. Wer also 2028 seinen letzten Tausch einsetzt, bindet sich erneut für ein oder drei Jahre.

3. Die Ausstiegswege

Ausstiegswege aus einem Reservation-Commitment
AusstiegswegNach dem 1. Februar 2027Einschränkung
Exchange, nach dem Stichtag gekauftNicht verfügbarGilt für jeden Service, den Savings Plans abdecken
Exchange, vor dem Stichtag gekauftEinmaligFolge-Reservation nicht mehr tauschbar; setzt die Laufzeit neu
Trade-in in einen Savings PlanUnverändert, ohne FristNeues Commitment mindestens so hoch wie das verbleibende; max. 100 Reservations pro Transaktion
Kündigung und RückerstattungUnverändertUSD 50'000 pro rollende 12 Monate, pro Billing Profile oder Enrollment; im CSP pro Kunde
Instance Size Flexibility (VMs)Nicht betroffenNur innerhalb derselben VM-Serie und Region

Der naheliegende Ausweg ist der Trade-in in einen Savings Plan. Er greift an derselben Untergrenze. Eine dreijährige Reservation zu USD 100 pro Monat, nach der achtzehnten Zahlung überführt, verlangt ein neues Commitment von mindestens USD 1'800. Die Form eines Commitments lässt sich ändern, die Höhe nicht.

Das Ziel ist zudem starrer als der Ausgangspunkt: Ein Savings Plan lässt sich weder tauschen noch kündigen. Eine Reservation behält immerhin ein gedeckeltes Kündigungsrecht. Für wirklich dynamische Workloads ist der Trade-in richtig. Als Fluchtweg aus zu viel Bindung ist er die falsche Antwort.

4. Das Limit von USD 50'000 wird zur echten Schranke

An der Kündigungsregel ändert sich nichts: maximal USD 50'000 gekündigtes Commitment pro rollende 12 Monate, pro Billing Profile oder Enrollment, im CSP pro Kunde. Was sich ändert, ist ihr Gewicht. Heute zählt die Rückerstattung aus einem Exchange nicht dagegen. Fällt der Exchange weg, läuft jede Korrektur über die Kündigung, und die ist gedeckelt.

Microsoft rechnet es selber vor: Eine dreijährige Reservation zu USD 3'000 pro Monat ergibt ein Commitment von USD 108'000. Wegen der 50'000er-Schwelle lässt sie sich erst kündigen, wenn USD 58'000 davon verbraucht sind. Erst dann liegt das verbleibende Commitment unter der Schwelle.

Das ist ein Verbot, keine Gebühr. Oberhalb der Schwelle verarbeitet Microsoft eine Rückerstattung schlicht nicht. Es gibt keinen Aufpreis, mit dem sich ein früherer Ausstieg erkaufen liesse. Auch die Early Termination Fee von 12 Prozent, die Microsoft heute gar nicht erhebt und sich nur für die Zukunft vorbehält, ändert daran nichts: Sie beträfe den Preis einer zulässigen Kündigung, nicht die Frage, ob eine zulässig ist. Das Limit greift damit genau dann am härtesten, wenn man am dringendsten heraus möchte: früh in der Laufzeit.

5. Vier Schritte in den nächsten sechs Monaten

1. Bestand inventarisieren. Auslastung der letzten 90 Tage, Restlaufzeit, Stabilität des Workloads. Der Bulk-Exchange im Portal bietet «Optimize for utilization (7-day)» als Ausgangspunkt. Gleichzeitig prüfen, wer Owner- oder Reservation-Administrator-Rechte auf den Reservation Orders hält. Ohne diese Rolle lässt sich nichts auslösen.

2. Das offene Fenster nutzen. Bis zum 31. Januar 2027 sind Exchanges ohne Gebühr und ohne Jahreslimit möglich. Falsche Region, falsche Serie, überdimensioniert nach einer Prognose von 2024. Korrigieren, solange es gratis ist.

3. Die dreijährige Laufzeit neu bewerten. Der Mehrrabatt auf 36 Monate kauft heute ein deutlich unflexibleres Instrument als noch letztes Jahr. Wo sich ein Workload nicht verlässlich über drei Jahre prognostizieren lässt, kann eine einjährige Reservation oder ein Savings Plan besser abschneiden.

4. Renewal-Termine prüfen. Reservations, die 2027 auslaufen, werden unter neuen Regeln nachgekauft. Die Nachfolge-Reservation ist nicht mehr tauschbar. Diesen Entscheid im Januar zu treffen ist besser, als ihn im März zu entdecken.

Fragen vor dem nächsten Reservation-Kauf

  1. Wie hoch ist die gemessene Auslastung vergleichbarer bestehender Reservations, nicht die prognostizierte?
  2. Ist innerhalb der Commitment-Laufzeit eine Migration, ein Replatforming oder ein Regionswechsel geplant?
  3. Wenn sich dieses Commitment im neunten Monat als falsch erweist: Wie sieht der Ausstieg aus, und was kostet er?
  4. Kaufen wir vor oder nach dem 1. Februar 2027, und haben wir bewusst entschieden, auf welcher Seite dieser Linie wir stehen wollen?

Fazit

Reservations bleiben das Instrument mit dem tiefsten Rabatt, den Azure bietet. Was sich ändert, sind die Kosten einer schlechten Prognose. Bisher liess sich eine fehldimensionierte Reservation auf einen anderen Workload umlenken: ein Exchange, erledigt. Ab Februar 2027 bleibt sie, wo sie ist, bis die Laufzeit endet.

Wer eine belastbare Verbrauchsbasis hat, verliert wenig. Wer das Tauschrecht bisher als Ersatz für Planung benutzt hat, zahlt dafür. Die kommenden sechs Monate sind die letzte Gelegenheit, das Portfolio kostenlos zu bereinigen. Das verdient einen terminierten Durchgang, keine Notiz im Januar-Kalender.

Christoffer Andenmatten
Über den Autor
Christoffer Andenmatten
Chief Delivery Officer (CDO)

Christoffer kombiniert fundiertes technisches Fachwissen mit strategischer Kostenoptimierung im gesamten Microsoft-Ökosystem. Er ist auf Microsoft Azure und IT-Strategien für Unternehmen spezialisiert und hilft Unternehmen dabei, komplexe Umgebungen zu vereinfachen, Cloud-Ausgaben zu reduzieren und Technologie an den Geschäftsergebnissen auszurichten.

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