DVS Microsoft-Lizenzänderungen 2026: Warum Abwarten und frühzeitiges Verlängern keine Strategie ist
Die Rechnung kommt. Und für viele Organisationen der öffentlichen Hand wird sie deutlich höher ausfallen als erwartet.
Ein weitverbreiteter Irrtum hält sich hartnäckig: dass eine frühzeitige Vertragsverlängerung vor den Microsoft-Preisänderungen 2026 schützt. Das stimmt nur innerhalb eines schmalen Zeitfensters. Ausserhalb der Sonderperiode vom 1. November 2025 bis 31. Oktober 2026 gilt die aktuell gültige Marktpreisliste – unabhängig davon, wie früh unterschrieben wird. Eine frühzeitige Verlängerung verschafft keinen Zeitgewinn. Es braucht andere Massnahmen. Microsoft hat die Preisstruktur des Enterprise Agreements grundlegend überarbeitet, und der öffentliche Sektor steht dabei klar im Fokus. Zwei Veränderungen treffen gleichzeitig ein: der Wegfall von Level D und eine direkte Preiserhöhung per 1. Juli 2026. Zusammen können diese die Gesamtkosten einzelner Organisationen um bis zu 25 % erhöhen. Die entscheidende Frage ist nicht, wann verlängert wird, sondern was vorher optimiert wird.
Was sich ändert
Organisationen der öffentlichen Hand, die dem DVS-Rahmenvertrag angeschlossen sind, profitierten jahrelang von einem strukturellen Vorteil innerhalb des Enterprise Agreements: Level D, der tiefste Preisstand für den Staatssektor. Diese Zeit ist vorbei. Seit November 2025 harmonisiert Microsoft alle Online-Services-Preise auf Level A, den kommerziellen Standardtarif. Für Cloud-Services wie Microsoft 365 gelten ab 1. November 2026 keine Ausnahmen mehr. Zusätzlich tritt per 1. Juli 2026 eine direkte Preiserhöhung in Kraft, die den Schweizer Markt explizit betrifft.
Die Regeln für Verlängerungen
Bei der Verlängerungsplanung gelten zwei zentrale Grundsätze:
- Regel 1 (Sonderregelung): Alle Verlängerungen mit Verlängerungsdatum zwischen 1. November 2025 und 31. Oktober 2026 erhalten weiterhin die Preisliste von Oktober 2025. Massgebend ist das Verlängerungsdatum, nicht das Datum der Unterschrift.
- Regel 2 (Standard): Ausserhalb dieser Sonderperiode gilt die zum Zeitpunkt der Unterschrift aktuelle Preisliste. Zusätzlich gibt es einen Early-Commit-Rabatt (1 %) und einen Late-Renewal-Zuschlag (+3 %).
Wichtig: Unterschreibt ein Kunde beispielsweise am 17. September 2026 eine Verlängerung mit Wirkung per 1. Februar 2027, gilt die Preisliste von September 2026 plus 1 % Early-Commitment-Rabatt – nicht die Preisliste von Oktober 2025. Die Verlängerung fällt ausserhalb der vereinbarten Sonderperiode. Eine frühzeitige Verlängerung löst das Problem also nicht.
Was jetzt zu tun ist
Das Handlungsfenster ist offen aber nicht unbegrenzt:
- Tatsächliche Nutzung prüfen. Überlizenzierung ist weitverbreitet und kostspielig. Vor jeder Verlängerung sollte klar sein, welche Lizenzen wirklich genutzt werden.
- Vor der Preiserhöhung optimieren. Wer unnötige Lizenzen jetzt reduziert, sichert sich Einsparungen auf dem aktuellen Preisniveau.
- Bereits enthaltene Funktionen nutzen. Defender, Intune und weitere Sicherheitsfunktionen sind in höheren M365-Plänen bereits enthalten. Wer separat für Drittlösungen bezahlt, hat unter Umständen Konsolidierungspotenzial.
- Langfristig: eine strukturierte M365-FinOps-Praxis aufbauen. Lizenzoptimierung ist kein einmaliges Projekt, sondern eine fortlaufende Disziplin.
Fazit
Die Änderungen von Microsoft 2026 sind keine routinemässige Preisanpassung. Sie markieren einen strukturellen Wandel. Wer jetzt handelt, statt bis zur Verlängerung zu warten, verschafft sich einen klaren Vorteil.