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EA vs. MCA-E vs. CSP

Die neue Microsoft-Realität 2026

Mit dem Eintritt in das Jahr 2026 ist die Ära der «verhandelten Komplexität» in der Microsoft-Licensing offiziell zu Ende. Über zwei Jahrzehnte lang war das Enterprise Agreement (EA) das Fundament der unternehmensweiten IT-Beschaffung. Doch seit heute hat sich dieses Fundament verschoben.

Der Wandel, den Microsoft Ende 2024 beschleunigt hat, hat seinen Höhepunkt erreicht. Für Organisationen, die weiterhin an alten Strukturen festhalten, ist der Renewal-Zyklus 2026 keine Routine-Papierarbeit mehr: Er ist ein erhebliches finanzielles Risiko. Bei Zation beobachten wir einen verbreiteten Trend: Unternehmen werden in das Microsoft Customer Agreement (MCA) gedrängt, oft ohne zu merken, dass sich die Spielregeln grundlegend geändert haben.

1. Die Zeitachse: Wie wir hierher gekommen sind

Um Ihre aktuelle Rechnung zu verstehen, müssen Sie auf die Roadmap der letzten 18 Monate schauen.

Wenn Sie heute einen Vertrag erneuern, sehen Sie sich höchstwahrscheinlich einer «Level A»-Preisliste gegenüber – ganz gleich, ob Sie 500 oder 50'000 User haben. Die Rabatte von 10–15%, die grosse Unternehmen (Level C und D) einst als selbstverständlich erachteten, sind aus der Standardpreisliste weitgehend verschwunden.

2. Der umfassende Vergleich: EA vs. MCA-E vs. CSP

Um den richtigen Weg zu wählen, müssen Sie über den reinen Preis pro Seat hinausblicken. So schneiden die drei Hauptmodelle im aktuellen Markt ab:

Key featureEnterprise Agreement (EA)MCA-Enterprise (Direct)Cloud Solution Provider
Agreement frameworkMBSA (legacy / paper)MCA (modern / digital)MCA (modern / digital)
Negotiation partnerMicrosoft (via LSP)Microsoft (direct)Partner / reseller
Volume discountsRemoved (Nov 2025)Standardized (limited)Partner-discretionary
3-year SKU flexibilityAnnual true-up / downFixed (no reduction)Annual or monthly
Legacy SKUs (SA)Available (legacy)Not availableNot available
InvoicingVia partner (LSP)Directly from MSVia partner
Management portalM365 Admin CenterM365 Admin CenterPartner Portal / M365
SupportUnified SupportUnified SupportPartner-led support

3. Die «versteckten» Budget-Killer 2026

Das Ende von FromSA und LicSA

In der alten EA-Welt nutzten viele Kunden FromSA (From Software Assurance)-SKUs. Das waren stark rabattierte Lizenzen, die Kunden für ihre historischen On-Premises-Investitionen belohnen sollten. In MCA-E und CSP existieren diese SKUs schlicht nicht mehr. Bei der Migration wechseln Sie zu Subscriptions zum vollen Preis. Für ein Unternehmen, das 15 Jahre lang Werte in On-Premises-Lizenzen aufgebaut hat, kann sich dieser Übergang so anfühlen, als verliere man ein Asset und müsse es mit Aufschlag zurückmieten. Der durchschnittliche Effekt, den wir beobachten, liegt im Schnitt bei 15%, wenn man die FromSA-Preise mit den Subscriptions zum vollen Preis vergleicht

Die starre 3-Jahres-SKU-Falle

Microsoft führte im MCA-E 3-Jahres-SKUs ein, um Preisstabilität zu schaffen. Doch es gibt einen gefährlichen Haken: Die Flexibilität wurde gestrichen. In einem klassischen EA konnten Sie Ihre Seat-Anzahl üblicherweise zum jährlichen Jahrestag reduzieren (das «True-down»). Im MCA-E werden Ihnen, wenn Sie sich für drei Jahre auf 10'000 M365 E5 Seats festlegen, für die gesamte Laufzeit 10'000 Seats verrechnet. Es gibt keinen Mechanismus zur jährlichen Reduktion. Wenn Ihr Unternehmen verkleinert oder eine Abteilung abstösst, bleibt Ihnen «shelfware», für die Sie vertraglich zur Zahlung verpflichtet sind.

Der Unified-Support-«Multiplikator»

Der vielleicht am meisten übersehene Kostenfaktor ist Unified Support. Da die Unified-Support-Gebühren als Prozentsatz Ihrer gesamten Microsoft-Ausgaben berechnet werden, hat jeder Franken, der durch den Wegfall der Mengenrabatte auf Ihre Lizenzrechnung kommt, einen «Multiplikatoreffekt».

4. Mit wem verhandeln Sie?

2026 ist das «Wer» genauso wichtig wie das «Was».

Direkt mit Microsoft (MCA-E/EA)

Sie haben es mit einer Verkaufsmaschine zu tun, die von standardisierten Kennzahlen getrieben wird. Es gibt sehr wenig Spielraum für «massgeschneiderte» Deals, ausser Sie sind ein globaler Top-Tier-Account.

Über einen Partner (CSP)

Das CSP-Modell erlaubt eine klassischere Geschäftsbeziehung. Partner haben ihre eigenen Margen und können davon oft etwas «zurückgeben» – in Form tieferer Preise oder gebündelter Services, um Ihr Geschäft zu gewinnen. 2026 sehen wir, dass viele Unternehmen «commoditisierte» Workloads (wie M365) in den CSP verlagern, während sie komplexe Azure-Workloads im MCA-E behalten.

5. Rechnungsstellung: Ein Kopfschmerz für die Beschaffung

Der Wechsel zu MCA-E verändert den Geldfluss. In einem CSP zahlen Sie Ihren Partner, in einem EA zahlten Sie Microsoft, bestellten aber über einen Partner. Im MCA-E zahlen Sie Microsoft direkt. Das klingt einfach, erfordert aber oft eine komplette Überarbeitung des Beschaffungsprozesses. Das direkte Rechnungssystem von Microsoft ist automatisiert und starr. Wenn Ihr interner PO-Prozess nicht perfekt zu deren digitalen Abrechnungszyklen passt, können Services automatisch gesperrt werden – ein Risiko, das deutlich geringer war, als ein Partner als «Puffer» fungierte.

Wie Zation Ihr Budget schützt

In dieser neuen Realität ist der «Standard»-Preis nur selten der beste Preis. Bei Zation haben wir uns darauf spezialisiert, die versteckten Kosten des MCA-Übergangs aufzudecken.

Bewegen Sie sich nicht allein durch die Licensing-Welt von 2026. Wenn ein Renewal ansteht oder eine erzwungene Migration zu MCA-E bevorsteht, sorgen wir dafür, dass Sie nicht den «Standard»-Preisaufschlag bezahlen (typischerweise 30–45% über 3 Jahre).

Daniel Georgi
Über den Autor
Daniel Georgi

Daniel unterstützt Microsoft-Verhandlungen in Unternehmen mit datengestützten Erkenntnissen. Er kennt die Geschäftsmechanik von Microsoft und hilft Kunden dabei, durch strukturierte Verhandlungsstrategien bessere Preis- und Vertragsbedingungen zu erzielen.

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